
Natalia Fischer
Geboren in der ehemaligen Sowjetunion in Kirgisistan, kam ich im Alter von sechs Jahren als Spätaussiedlerin nach Deutschland. Dieses frühe Ankommen in einer neuen Welt, zwischen Erinnerung und Neuanfang, prägt mein Empfinden bis heute – und damit auch meine künstlerische Arbeit.
Mein Weg in die Kunst verlief nicht geradlinig. Nach einer klassischen Schullaufbahn mit Abitur und einer anschließenden Ausbildung im Bankwesen lotste mich das Leben weg von einen akademischen Kunstweg. Die Kunst war dennoch immer in meinem Leben präsent. Bereits während meines Abiturs mit dem Schwerpunkt Kunst begann ich, mich intensiv und
eigenständig mit Malerei auseinanderzusetzen. Ich bin Autodidaktin und sehe genau darin meine Freiheit: frei von festen Dogmen, offen für Entwicklung, getragen von Intuition, Beobachtung und persönlicher Erfahrung.
In meiner Arbeit bewege ich mich schwerpunktmäßig in der Acrylmalerei. Porträts und Landschaften bilden dabei den Kern meines Schaffens. Mich interessiert weniger das rein Abbildhafte als vielmehr das, was zwischen den sichtbaren Ebenen liegt: Stimmungen und Emotionen, innere Zustände, Erinnerungsfragmente. Inspiriert vom Impressionismus und der expressiven Malerei des Post-Impressionismus entstehen Werke, die Momentaufnahmen gleichen – emotional, atmosphärisch, farb- und kontrastreich und oft bewusst unvollständig. Tiere, Portraits und Landschaften dienen als Ausgangspunkt für eine freie, malerische Interpretation, in der Stimmung, Bewegung und Farbklang eine tragende Rolle spielen. Sichtbare Pinselstriche, Überlagerungen und eine intensive Farbpalette prägen meine Arbeiten und verleihen ihnen eine unmittelbare, lebendige Präsenz.
Ergänzt wird mein Portfolio durch kleinformatige Mixed-Media-Arbeiten: atmosphärische Aquarelle und lebendige Copic-Marker Portraits sowie feine Bleistiftzeichnungen. Diese Arbeiten erlauben mir eine andere Form der Nähe und Konzentration, ein leiseres Erzählen im Kontrast zur Fläche und Farbe der Malerei.
Was meine Kunst antreibt, sind meine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen: die Menschen, die mich begleiten, meine Kinder, meine Familie, das Unterwegssein, Reisen, Begegnungen, eindrucksvolle Momente und Erinnerungen.
Vieles davon findet seinen Weg in meine Arbeiten – nicht als konkrete Erzählung, sondern als Gefühl, als Spur, als visuelles Echo. Meine Kunst ist ein persönlicher Prozess des Erinnerns, Verarbeitens und Neuordnens. Sie lädt dazu ein, innezuhalten, sich wiederzufinden oder eigene Gedanken zwischen den Bildern entstehen zu lassen.